Der Osten in Zeiten von Corona
Corona zu Zeiten von Corona – Erster Streifzug des Fotografen Philipp Czampiel

Der Osten in Zeiten von Corona

Im Frühling des letzten Jahres (2020) begab sich der Fotograf Max Höllwarth auf Streifzüge durch das Oberbarmen im Lockdown. Die Pandemie hatte das Leben auf den Straßen in nie dagewesener Weise beschränkt, quasi von einem Tag auf den anderen. Über ein Jahr ist vergangen, mit Öffnungen und weiteren harten Lockdowns. Gerade scheint es eine Hoffnung auf Normalisierung zu geben. Heute, wo dieser Text entsteht, sind die Außengastronomien noch geschlossen, wenn sich alles gut entwickelt, könnten schon in fünf Tagen die ersten Stühle zum Verweilen einladen. Diesmal zieht der Fotograf Philipp Czampiel los, beobachtet die Menschen im Viertel – selbst die Ausgangssperre des Nachts hält ihn nicht ab. Er liefert uns eine Vielzahl intensiver Eindrücke, einen stellt er heraus , schreibt jeweils einen kurzen Text, was ihn besonders beeindruckt hat. Mehr von Philipp gibt es >>hier zu sehen.

Am 19.5.2021 schrieb Phillip: „Freiheit – ich möchte diese Fotoserie mit einem Spaziergang durch Oberbarmen zur Ausgangssperre beginnen. Die Straßen sind ruhig und leer, geflutet mit gelbem Straßenlicht, LED-Anzeigen und meinem Kamerablitz. Zwischendurch treffe ich eine kleine Gruppe an Jugendlichen, Personen auf dem Weg zu oder von der Arbeit, einen Mann und seinen Hund auf dem Netto Parkplatz, Enten und vereinzelt Spaziergänger. Die Kioske sind noch geöffnet. Mit viel Kundschaft rechnen sie aber nicht. Man sieht Lichter in den Fenstern der Wohnungen, hört Kinder die schreien, weil sie ins Bett müssen und Fernsehtöne, die das Viertel beschallen. Auf der Trasse wird es ruhig und ein Paar fährt an mir vorbei auf ihren E-Bikes. Der runde Blitzkegel meiner Kamera lichtet sie ab, als würden sie auf der Weltkugel in Richtung Sternenhimmel radeln. Abgesehen von dem Bildeffekt ist es allerdings auch eine ungewöhnliche Zeit für eine Fahrradtour, weshalb dies mein Bild der Woche ist. Eine schöne Art der Freiheit zu später (Sperr-)Stund. Das Viertel ist sehr magisch bei Nacht und ich habe beschlossen öfters Nachtspaziergänge zu unternehmen.“

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